Die Räume im Erdgeschoss der ehemaligen reichsstädtischen Münze in der Schützenstraße 7 sind eröffnet. Im Herzen der Kemptener Altstadt ist die Galerie kunstreich mit einer Gruppenausstellung der 'artigen' zu besichtigen und staunen.
Dort, wo seit 1510 Halbbatzen, Hohlringheller oder Pfennige an einem großen Ofen geprägt wurden, soll nun Kunst prägen. Bereits in den 1980er Jahren sollte das Haus Heimat eines städtischen Museums werden; grundsätzliche Installationen, eine Alarmanlage oder einige Lichtschienen zeugen davon. Doch der Plan kam nie zur Vollendung. Heute beherbergt das Haus im Besitz der Stadt Kempten und verwaltet von der BSG Allgäu in den oberen Geschossen Wohnungen, den Heimatverein Kempten sowie die Fraktionen mehrerer Stadtratsparteien. Auf den über 150 m² im Erdgeschoss lagerten still und wohl verschlossen die Stimmzettel früherer Wahlen und Bürgerentscheide sowie Unterlagen des Kulturamtes. Es begann zu miefen und der Putz zu bröckeln – bis die artigen, im Herbst zu Lüften begannen. Und ab sofort lädt der artig e.V. junge wie alte Kunstfreunde ein, dort im vierwöchigen Rhythmus Ausstellungen neuer oder namhafter Künstler zu erleben, und will sich im Kuratieren üben: Künstler und -Gruppen können sich jederzeit für eine Ausstellung bewerben.
Die behutsam renovierten, etwas verwinkelten Räume unter den Kreuzgewölben und knorrigen Balken sollen zum Wandeln, und Verweilen verführen. Ergänzt durch extraartige Veranstaltungen wie Lesungen, Workshops und Kleinkunst will die Künstlergruppe im neuen kunstreich das fortführen, was sie mit der artig in der Markthalle etabliert hat: Kunst ohne elitäre Hemmschwelle, ohne andächtiges „Achtung, hier kommt Hochkultur“, sondern in einer Art Kunstwohnzimmer auf unprätentiöse, gemütliche und unmittelbare Art und Weise.
Den Anfang machen bis 8. Mai die artigen in der Gruppenausstellung „artgerecht“
mit neuen Werken von Boris Bösker (Lichtkunst), Gwen Boos (Malerei), Sonja Hüning (Malerei), Maria und Klaus Kiechle (Fotografie), Helmuth Kittel (Grafik), Susanne Praetorius (Malerei), Stephan A. Schmidt (Fotografik), Mercedes Rodriguez de Vetter und Crash Vorich (Malerei). Dieses Jahr werden die zehn Tage artig am Königsplatz ausfallen und 2013 wiederkehren. Dafür bietet das kunstreich das ganze Jahr Raum für eigene und Gastkünstler. Und damit soll in dem geschichtsträchtigen Haus wieder Kapital geprägt werden: nun aber eines, das den Menschen anders umtreiben und bewegen kann.
Öffnungszeiten:
Geöffnet ist das kunstreich ab dem 14. April jeweils
Dienstags 16 - 21 Uhr
Samstags und Sonntags 11 - 17 Uhr
Für Sonderveranstaltungen laut Tagespresse,
Sonderführungen nach Vereinbarung.



