Christine Müller malt nicht, was sie sieht, sondern was sie hört: Dieser außergewöhnlichen Inspiration, die Motive nach Musik zu malen, verdanken ihre Bilder die Lebhaftigkeit in hellen und frischen Farben.

Denn in ihren Werken übersetzt die Künstlerin aus Hofgeismar bei Kassel die musikalischen Klänge großer Komponisten wie Chopin, Ravel, Tschaikowsky oder Debussy und gibt somit der Musik greifbare Formen, ein Gesicht – man kann mit den Augen hören und in quasi optische Klänge eintauchen.

Ihr Ziel ist, das einzufangen, was die Musik so einzigartig und so besonders macht und die Menschen bis heute so fesselt. Mit einer über mehrere Jahre entwickelten eigenen Technik und eigener Farbrezeptur lässt Christine Müller Motive entstehen, die in einem surrealistischen Stil der Fantasie des Betrachters Raum für eigene Interpretationen lassen, die sich bestenfalls nicht an einem rationalen Begreifen versuchen, sondern einem irrationalen Empfinden folgen.

Musik hatte schon immer einen großen Stellenwert in ihrer Familie, der Zugang zu ihr wurde Müller selbstverständlich. So zog sie sich sogar einmal ein Jahr lang in ihr Atelier zurück und malte ausschließlich nach Chopin. „Im Laufe der Zeit bekam ich immer mehr Zugang zur Essenz der Musik“, versucht sie es in Worte zu fassen. Doch ein Blick auf die entstandenen Bilder lässt verstehen, was verbal kaum auszudrücken ist.

Nicht weniger beeindruckend und mit hoher Aussagekraft entstanden Bilder in einer Phase, in der die Künstlerin über einen längeren Zeitraum so schwer erkrankt war, dass sie nicht in der Lage war, einen Pinsel zu halten. Doch sie musste und machte aus der Not eine Tugend, indem sie mit den Fingern die Farbe auf die Leinwand aufbrachte und faszinierende Gemälde mit ganz neuer Aussage entstanden.

Für die Malerin ist das weiße Papier und die weiße Leinwand ein eigenständiges Universum, ein verpacktes Geschenk, das alles in sich trägt. Den Anfang macht ein intuitiver Impuls, ein Prozess, der eine gewisse Eigendynamik und Unmittelbarkeit hat und von selbst beginnt. So entstehen in ihren Arbeitsprozessen Formen, Figuren und Erscheinungen, die sich aus dem Bild ergeben und eine eigene Geschichte erzählen oder eine Vision enthalten.

Die Faszination, die von ihren Bildern – sozusagen als diametrales Gegenstück zu Sprach- wie Textnachrichten – ausgeht, nährt sich aus einem visuellen Erfassen gemalter Musik und lässt diese auf eine ganz neue, andere Art erfahren: Wenn man genau hinsieht, kann man sie „hören“.

Christine Müller studierte Kunst in Mainz, am Frankfurter Städel, in Trier und im spanischen Valencia. Ein paralleles Studium in spanischer und italienischer Philologie schloss sie mit dem Magisterexamen ab. Über viele Jahre lebte Christine Müller in der Schweiz und kam nun nach 27 Jahren mit ihrem Mann zurück in ihren Geburtsort Hofgeismar.

Die Arbeiten der seit 2001 freischaffenden Künstlerin wurden auf wichtigen Kunst-Messen in Strasbourg, Berlin und der ART Karlsruhe vorgestellt. In mehreren Kunstgalerien waren ihre Werke sehen, unter anderem im SKAMraum Hamburg, im Daniel-Henry-Kahnweilerhaus, im BMW Pavillon München oder bei Rayment Art Projects in München. 2012 nahm sie durch eine große Einzelausstellung im Landgericht Kassel im Rahmen der Documenta XIII auch am Lori Waxman-Projekt 60 wrd/min art critic teil. Außerdem war sie neben Künstlergrößen wie Hermann Nitsch und Stefan Szczesny unter den 24 internationalen Künstlern, die für den renommierten Kunstadventskalender ausgewählt wurden. In diesem Zuge wurde im Auftrag von BMW ein Film über Christine Müllers Arbeit unter Mitwirkung der Schauspielerin Christine Neubauer gedreht. Werke von Müller wurden bereits von bedeutenden Stiftungen, Banken, Wirtschaftsunternehmen und bekannten Persönlichkeiten angekauft. Bei mehreren Kunstausschreibungen ging sie als Preisträgerin hervor.

Weitere Infos auch auf der Website der Künstlerin unter www.christine-mueller.de

Termine & Öffnungszeiten:

  • öffentliche Vernissage: Fr. 22. Februar 2019 um 20 Uhr, Begrüßung 20:15 Uhr
  • Öffnungszeiten bis einschließlich So. 24. März 2019: Dienstag von 16 bis 20 Uhr und Samstag & Sonntag von 11 bis 17 Uhr
  • Künstlergespräch mit Christine Müller: letzter So. 24. März, 15 Uhr
  • Der Eintritt ist wie immer frei. So wie die Kunst.

Fotos von der Vernissage


Abbildung (Ausschnitt): Hommage à Ravel, 2016, limitierte Edition, signiert, auf Keilrahmen, 80 x 120 cm

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