Lousie Walleneit - Archive Body Talk - Smartphone Dialog

Körpersprache kennt nicht wie die gesprochene Sprache einen Text, der auch in Abwesenheit des Autors stehen bleibt. Körpersprache ist mit wie durch den Körper und verschwindet mit ihm.

Archive Body Talk - Louise WalleneitDas „Archiv Body Talk“ der mehrfach ausgezeichneten Leipziger Künstlerin ist eine Form der Vertextualisierung von Körpersprache, in Form einer meist interaktiven textilen Installation, die Körpern Erfahrung vermittelt und Körperwissen abrufbar macht. Und es ist eine Sammlung der körperlichen Ausdrücke.

Normalerweise sind die Betrachter*innen dieser Arbeiten gebeten, zu partizipieren und in die aufgespannten, dehnbaren Stoff-Installationen hinein zu steigen, in dieser Hülle zu interagieren, sich darin zu begegnen und Teil einer figurativen Sprache, einer „Sprache als Performance“ zu werden. Letzteres geht derzeit aufgrund des aktuellen Hygieneschutzes leider nicht, von daher sind die in dieser Ausstellung ausgestellten Werke als dokumentarisch zu sehen und werden durch Fotografien, Skizzen und ein Video ergänzt und erläutert. Durch die Größe der Stoffhüllen, 1:1 im „Menschenformat“, dürfte das durchaus gedanklich nachvoll- bzw. „nachanziehbar“ sein. Ebenso bleibt die Frage nach der Aussage, nach dem Ziel oder Inhalt einer Geste oder Handlung, die hier wie in einem Video-Still nicht nur festgehalten, sondern ebenso nachspielbar und erforschbar wird.

Weiterhin kann die Sammlung körperlicher Ausdrücke, die das Archiv bildet, durch Betrachter*innen erweitert werden, indem sie auf der Webseite der Künstlerin eine Geste der Begegnung aus ihrer Kultur per Foto hinzufügen. Kultur ist hier als offener Begriff verwendet, z.B. ist auch eine Jugendkultur eine Kultur mit ihren eigenen Kommunikations-Codes und Ritualen. Auf der Grundlage des Fotos wird ein weiteres Modul angefertigt und dort erfahrbar sein, wo das Archiv künftig gezeigt wird.

Der Ansatz von Louise Walleneit ist grundsätzlich interdisziplinär: „Künstlerische Forschung und das Experiment sind häufig Anfangspunkt für die Entstehung meiner Werke. Diese entstehen in den Bereichen Installation, Skulptur sowie Performance und Fotografie. Ein wichtiger Autor der Erscheinung und Form meiner Arbeiten, in diesem beschriebenen Bezugssystem, ist der menschliche Körper sowie seine Handlungen und Bewegungen.

Ausgehend von der Erforschung non-verbaler Sprache entwickle ich räumliche und häufig interaktive Arbeiten, die das Soziale physisch werden lassen. Transportiert in spezifische Räume (öffentliche Räume, Kunsträume, Körper – Umräume) werden meine Arbeiten erfahrbar und fordern zu neuem, sozialem Verhalten auf.“

Louise Walleneit wurde in Halle (Saale) geboren. Sie lebt und arbeitet in Leipzig, studierte zunächst Diplom-Modedesign an der FH Angewandte Kunst Schneeberg und dann ein Masterstudium an der Zürcher Hochschule der Künste. Anschließend promovierte sie als PhD Freie Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar.

Mehr unter www.louisewalleneit.de

Termine & Öffnungszeiten:

  • öffentliche Vernissage: Fr. 2. Oktober 2020 um 20 Uhr, Begrüßung 20:15 Uhr (im Freien vor der Galerie in der Schützenstraße; danach ist die Ausstellung geöffnet. Maximal zulässig sind dann in den Galerieräumen – mit Maske und Abstand – 28 Besucher gleichzeitig. Aber das kriegen wir hin – wir sprechen und sehen uns im Freien vor Galerie sowie hinten im Garten)
    Die Künstlerin ist anwesend.
  • Öffnungszeiten bis einschließlich So. 1. November 2020: Dienstag von 16 bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr
  • Der Eintritt ist frei.
  • Masken- und Abstandspflicht: Zugang wie überall üblich nur mit üblicher Mundnasenmaske und bei Einhaltung des vorgeschriebenen Abstands von mindestens 1,5 Metern. Passt auch Euch auf – und auf Eure Mitmenschen.

© Foto oben + Plakat: Louise Walleneit, Smartphone Dialog.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.