DER MENSCH. DEIN LEBEN. MEINE AUGEN. Andreas Schönberg 30.5. – 29.6.14

schoenberg-0514_webWas sind wir „wert“? Oder: Was trägst du bei? Haben wir doch alles, können wir aber auch immer alles?

Diese und viele weitere Fragen unserer Zeit beschäftigen Andreas Schönberg aus der Kleinstadt Storkow im Südosten Berlins, Jahrgang 1982, der als „typisches Wendekind“, wie er sagt, frühzeitig verrückte Geschichte erlebte.

Ins kunstreich bringt er für seine Ausstellung DER MENSCH. DEIN LEBEN. MEINE AUGEN. Arbeiten aus dem Schaffenszyklus 2012 – 2014 mit, die alle unter dem Pseudonym „Dr. Dr. Med Schöneberger“ – „Der Mensch“ entstanden sind. Collagieren nennt Schönberg seine Technik, mit Schere, Acryl und Kleber zu arbeiten. Ein weiterer Hauptbestandteil seiner Arbeit ist das Buch, „das leider in dieser Zeitepoche, statt zum Lesen, zum Verschrotten freigegeben wurde“.

Zur Vernissage am Freitag, 30. Mai 2014, um 20 Uhr ist jeder Mensch willkommen.

Wer Andreas Schönberg schon vorher kennenlernen will: Er ist am Vorabend, 29. Mai, mit der brandenburger DJ-Truppe AMOKE-vs-Yves und einem exzellenten Repertoire an wunderbaren House- und Jazz-Platten im Künstlerhaus Kempten.

Gastbeitrag zur Ausstellung: Mit einem Augenzwinkern – so, als gehe man über eine Blumenwiese

Fotos von der Vernissage am 30. Mai 2014:

Das sagt der Künstler über sich und seine Arbeiten:

„Niemand, der uns sagt: ‚Halt… Ende… bis hierher, aber nicht weiter…‘. Eigentlich, überlegst du doch schon so lange, ob das alles so sein sollte. Wie und was wir so Buntes treiben? Täglich zweifeln wir insgeheim, besorgen uns die Designer-Pseudo-Lebensstoffe aus dem nächsten Supermarkt, verbringen unsere einzigartige Lebensqualität im Schatten sozialer Netzwerke, wo wir uns mit fortlaufenden Illusionen füttern. Klar, uns motiviert der neuzeitliche Geld-Materialismus, um nach mehr und immer mehr zu streben, unser Auftreten soll doch in der medialen Schickeria glänzen, um ein Stück dieser schmeichelnden Scheinwelt mit zu bewohnen und zu besitzen. Beeindruckt von dieser jubilierenden globalen Schönheit lässt uns unser medialer Staubsauger laufend teilhaben an dieser glamourösen Welt, die uns eine genauere Analyse vernebelt.

Wer autorisiert Pharmazeuten und Psychologen, unsere Kinder mit Ritalin zuzudröhnen, nur damit man nicht sieht, wie stark die sozialen Einsparungen Elend und Verzweiflung auf Kinderseite befördern?

Warum züchtet die Agrarindustrie für uns Hochleistungstiere, brauchen wir die? Nein, über die Hälfte davon wird wieder weggeworfen, landet verpackt und portioniert in Containern, wo diejenigen, die sich das nicht leisten können, es sich halbverwest wieder aus dem Müll ziehen. Kann oder soll dies mit uns noch geraume Zeit weiter geschehen? Dies und vieles weiteres hat mich beschäftigt und kann in meinen Arbeiten entdeckt werden.

Entwicklung und Fortschritt ist wichtig, doch jetzt geht es rückwärts, Richtung jeder gegen jeden, Richtung Alles für die Reichen, Richtung Massengeldanhäufung und Vernichtung größter Welt- und Naturgüter. Zu keinem Preis ist dies zu akzeptieren!

Du bist nicht schuldig, das denkst du, aber auch durch dich wird dies mit bewirkt. Du bist ein stillgenießender Teilhaber dieser Geschichten.

Meine Arbeiten sollen ein kleiner Mosaikstein dazu sein, umzusteuern.“ Andreas Schönberg 2013

„In der Ausstellung DER MENSCH. DEIN LEBEN. MEINE AUGEN. möchte ich mich und meine Collagen Work-Place vorstellen. Mein Jahrgang ist 1982, als ein typisches Wendekind erlebte ich frühzeitig verrückte Geschichte. Leider kann ich keine jubelnde Hochschulbildung als Vorlage anbieten, meine Vita genügt dem vermeintlichen Anspruch an einen Künstler kaum. Ich habe aber einen Schatz: Die absolute Teilnahme am sozialen Leben. Meine Arbeit ist verflochten und verwoben mit Tätigkeiten auf verschiedensten gesellschaftlichen Ebenen, in vielen Bereichen. Hauptbestandteil meines künstlerischen Schaffens ist die Beobachtung von Menschen und ihren sogenannten Verhaltensauffälligkeiten. Das treibt mich an, das ermutigt mich immer wieder. Unser Schaffen und Handeln in seinen täglichen Situationen künstlerisch reproduzieren zu können, gibt mir Mut und Schaffenskraft für meine Werke.

Meine Arbeitsweise ist das Collagieren, ich benutze Schere, Acryl, Kleber. Ein Hauptbestandteil meiner Arbeit ist das Buch, was leider in dieser Epoche, statt zum Lesen, zum Verschrotten freigegeben wurde.

Alle Arbeiten für die Ausstellung sind im Schaffenszyklus 2012-2014 unter dem Pseudonym „Dr. Dr. Med. Schöneberger“ – „Der Mensch“ entstanden. Ich stufe die Technik als künstlichen chirurgischen Eingriff in die Natur ein. Ein festes Atelier, in dem ich arbeite oder mich schön hergerichtet präsentieren könnte, besitze ich nicht. Ich arbeite am Küchentisch, in der Umwelt, auf der Erde. Gerade der Reiz, einen Ort so umzuwandeln, dass er seine eigentliche Funktion verliert, stärkt meine künstlerische Produktion. Mein Ziel ist die Betrachtung meiner Arbeit, für ein kurzen Moment die Zeit anzuhalten, vor- oder zurückzudrehen, um zu sehen.“

Vernissage & Öffnungszeiten

Zur Vernissage der Ausstellung DER MENSCH. DEIN LEBEN. MEINE AUGEN. am Freitag, 30. Mai 2014, um 20 Uhr (Begrüßung 20.30 Uhr) in der Galerie kunstreich in der Schützenstraße 7 in Kempten ist jeder Mensch willkommen. Mit dabei hat Andreas Schönberg an diesem Abend befreundete Musiker und einen Videokünstler aus seiner brandenburgischen Heimat.

Die Ausstellung ist bis Sonntag, 29. Juni 2014, samstags und sonntags jeweils von 11 bis 17 Uhr und dienstags von 16 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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Ein Kommentar zu “DER MENSCH. DEIN LEBEN. MEINE AUGEN. Andreas Schönberg 30.5. – 29.6.14

  1. Jopel sagt:

    Hervorragende Vorstellung – das wird ein Erlebnis höchsten Niveaus und Musike dazu!

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