Wie Kunst auch mit wenigen Worten auskommen kann

Christine Herzog Ohne Worte Laudatio

Bei der Vernissage zur Ausstellung OHNE WORTE am 5.7.2013 von Thomas Guggemos und Matthias Herzog hat Christiane Herzog anschaulich, humorvoll, persönlich, weiblich, männlich sowie ernsthaft in ihrer Laudatio erklärt, was das mit den wenigen Worten bei den beiden Künstlern auf sich hat – lesen Sie selbst:

Es ist mir persönlich eine sehr große Ehre,

heute diese Ausstellung im Namen der Künstler Matthias Herzog und Thomas Guggemos zu eröffnen. Mein Name ist Christine Herzog und ich bin sicher der absolut größte Fan von beiden, und das schon seit den Anfängen und ersten Ausstellungen.

Wenn jetzt ein Fan das Mikrofon bekommt, kann das in emotionalen Ausbrüchen enden und mit viel aufgeregtem Geplapper, vielen Informationen bis hin zu hysterischem Gekreische, allerdings geht es heute und bis Ende Juli um das Thema OHNE WORTE!

Wenn die beiden Künstler was zu sagen haben, greifen Sie zu Farbe und Pinsel. Es entstehen realistische Werke mit vielen Details und Geheimnissen, die erst beim mehrmaligen Betrachten in Erscheinung treten. Oft sehr ernst, aber auch mit Humor, der nicht immer im Vordergrund erkennbar ist.

Wie kam es zu dieser Ausstellung?
Matthias und Thomas haben sich gegenseitig seit einigen Jahren bei ihren jeweiligen Ausstellungen besucht, bei Einreichungen für diverse Kunstwettbewerbe und Gemeinschaftsausstellungen im Allgäu getroffen und ohne viel zu sprechen immer sehr gut verstanden. Dass man gemeinsam mal was Ausstellen sollte wurde dann auch mal ausgesprochen. Die Idee wurde im letzten November in die Tat umgesetzt und bei der Galerie kunstreich angefragt.

Dann kam das erste Problem auf beide zu: Stephan brauchte einen kleinen Text und das Thema der Ausstellung für den nächsten Flyer. Ein erstes Treffen zur Titelfindung und für den Text es Flyers fand kurz vor Weihnachten statt und jeder hatte einen Block mit nur ein paar Worten drauf dabei, um sich auszutauschen.

Thomas hatte aufgeschrieben:
Wenn du der Welt was zu sagen hast, dann mache Kunst.

Matthias hatte notiert:
Wenn ich was zu sagen habe, dann male ich.

Beide haben sich angegrinst, dann war alles klar. Der Titel heißt OHNE WORTE.

Der Rest war dann schnell erledigt, ein paar sehr einsilbige Mails wurden ausgetauscht, bei den folgenden Treffen im kunstreich haben beide gegenseitig nach dem Stand der Dinge gefragt.

Die Dialoge liefen in etwa so ab:

„Und, läufts?“

„Ja,  passt!“

oder:

„Malst du grad was?“

„Ja, ’s wird!“

Und wieder war alles geklärt und man hat den Abend bei einem kühlen Bier ausklingen lassen.

Die Band, „THE END“ aus Kempten, vielen Dank an dieser Stelle für euren Auftritt heute, wurde bei der Probe besucht und mit „Ja, passt“ engagiert.

Mir als Frau, fällt diese Art von Kommunikation sehr schwer. Ich schaffe es nicht meinem Gegenüber mit so wenigen, oder gar ohne Worte so viele Informationen zukommen lassen, wie das zwischen Matthias und Thomas passiert, bzw. wie Sie sich über ihre Bilder auch der Welt mitteilen.

Aber nur darum sind so viele, selbstsprechende Werke in den letzten 1,5 Jahren entstanden, die wir ab heute hier sehen können.

Ich darf mich im Namen der Künstler, die man übrigens heute an den schwarzen Poloshirts erkennt, vorne beschriftet mit OHNE WORTE, bei dem artig e. V. und allen Helferinnen und Helfern in der Galerie kunstreich herzlich bedanken, dass Sie hier immer willkommen sind und bis Ende Juli in diesen wunderbaren Räumlichkeiten ausstellen dürfen. Hier haben Thomas und Matthias eine kleine „künstlerische Heimat“ gefunden.

Außerdem darf ich allen, die heute gekommen sind, meinen Dank aussprechen. Lasst uns jetzt die Künstler feiern, erzählt es weiter und kommt auch gerne zu den Ausstellungszeiten mal wieder. Die Künstler stehen heute und an den Wochenende gerne für eure Fragen zur Verfügung, nur wundert euch nicht, manchmal antworten Sie OHNE WORTE.

Danke.

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