Von Sa. 27. November bis Fr. 21. Januar 2022 wird der Ausstellungsbetrieb der Galerie Kunstreich eingestellt. Dazu die unerträgliche Ausgangssituation:

  1. Die bayerische Staatsregierung hat eine neue 15. BayInSMVerordung beschlossen, die am Di. 23.11. abends veröffentlicht wurde und bereits ab Mi. 24.11. galt. Die Bürger*innen sind deswegen derzeit verunsichert, zu welchen Einrichtungen sie mit welcher bzw. welchen Bescheinigungen und nach welchem Test noch Zutritt haben, und wo sie insbesondere an Wochenenden welchen Test erhalten.
  2. Für weitere Verunsicherung sorgen die ungebremst steigenden Infektionszahlen; im benachbarten Ostallgäu gilt aufgrund einer Inzidenz von über 1.000 bereits seit 26.11.21 ein regionaler Lockdown.
  3. Die ohne Augenmaß und in blindem Aktionismus zusammengeschusterte und vor wirren Querverweisen strotzende statt in klarem Deutsch geschriebene 15. BayInSMV verordnete dem Einzelhandel nicht einmal 3G, und z.B. für Gastronomie, Fahrschulen, Büchereien oder körpernahe Dienstleistungen 2G – aber 2Gplus gilt nun in anscheinend hochinfektiösen Museen und ähnlichen Kulturstätten sowohl für Besucher wie für Aufsichten. (Bei uns z.B. halten sich auf 280 m² Ausstellungsfläche nicht mehr als 5 Personen pro Stunde gleichzeitig auf.)Diese unreflektierte, wurstige bis kaltschnäuzige Benachteiligung der Kultur ist – wieder einmal – nicht plausibel und zudem für unsere Gäste wie insbesondere für unsere ehrenamtlichen Aufsichten nicht zumutbar: Wir können von diesen nicht verlangen, sich zum Wochenende nochmals einen Test zu besorgen,
    • und zwar bestenfalls bereits am Freitag ab 17 Uhr (wo und wie – mit vorheriger Terminvereinbarung?) einen 48 Stunden gültigen PCR-Test, damit sonntags bis um 17 Uhr die Aufsichtszeit gewährleistet ist,
    • oder einen Selbsttest plus dazu eine Person, die diesen Test beaufsichtigt und schriftlich (wie? formlos? elektronisch?) bestätigt.
    • Zudem sind wir als Betreiber dazu verpflichtet, die eigenen Testnachweise für zwei Wochen „aufzubewahren“ – wie auch immer das mit elektronischen Nachweisen machbar sein soll.

Das heißt zum aktuellen Zeitpunkt: Zum einen sorgen derzeit Unklarheit wie Verunsicherung dafür, dass die Besucherzahlen von Museen bereits auf bis zu 10 % gesunken sind, zum anderen ist für uns eine konsequente, lückenlose Testung insbesondere am Wochenende nicht zu gewährleisten. Deshalb sehen wir uns leider gezwungen, die Galerie Kunstreich und damit die wunderbare Ausstellung von Nadine Elsa Rosani erst einmal bis auf weiteres zu schließen.

Wir wünschen umso mehr Euch, dass Ihr gesund bleibt – plus ein wohl alternativloses Weihnachtsshopping und eine schöne Frisur,
für den Vorstand,
Stephan A. Schmidt, Vorsitzender

Galerie Kunstreich ab 22.01.22 geöffnet – Ausstellung “Nur Menschlich” verlängert bis 13.02.22

Nachtrag / Folgemeldung vom 15.01.21

Die Galerie Kunstreich ist wieder geöffnet und zeigt die verlängerte Ausstellung „Nur Menschlich“ → der artig-Kunstpreisträgerin und Holzbildhauerin Nadine Elda Rosani noch bis 13. Februar. Zwar bleibt am bisher üblichen Dienstag geschlossen, aber an Samstagen und Sonntagen ist wieder von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Ein Besuch ist gemäß der 2G-plus-Regelung für Geimpfte oder Genesene mit einem Testnachweis sowie ohne Test für Geboosterte möglich.

Wir hatten Ende November schließen müssen, da durch die neue 2G-plus-Beschränkung und mangelnden Testmöglichkeiten zunächst ein Ausstellungsbetrieb nicht sicherzustellen war. Inzwischen aber gibt es wieder mehr Testangebote, einige von uns sind geboostert, und zudem können wir für unser Personal nun eigene Tests zur Verfügung stellen.

Nichts geändert hat sich aber an der permanenten Benachteiligung von Kunst und Kultur im Allgemeinen wie von Museen und Galerien im Besonderen, während 2G+ weder für die Gastronomie noch für den Einzelhandel oder Nagelstudios gilt. Diese Ungleichbehandlung hat die Staatsregierung bis heute weder geändert noch überhaupt erklären können. In einem offenen Brief der Arbeitsgemeinschaft der Museen in Bayern vom 20. Januar wird ein Ende dieser Ungleichbehandlung gefordert. So kommt es zu der paradoxen Situation, dass in Museumscafés 2G herrscht, aber an der Museumstür 2G-plus verlangt wird.

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