„Kunst statt Kapital?“ am So. 14.9.14


Beuys-Abend und Führungen am Tag des offenen Denkmals.

Die Galerie kunstreich – ehemals reichsstädtische Münze – ist am bundesweiten Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 14. September 2014, ab 10 Uhr geöffnet.

Joseph Beuys (Mitte), links neben ihm Rainer Rappmann, im März 1980

Joseph Beuys (Mitte), links neben ihm Rainer Rappmann, im März 1980

Und um 19:30 Uhr legt der Beuys-Abend der geistreich-Themenreihe den Fokus auf den erweiterten Kunstbegriff von Joseph Beuys; Referent ist Rainer Rappmann, Weggefährte von Beuys und Verleger seiner Literatur.

Ein Rückblick: 1510 verlieh Kaiser Maximilian der Reichsstadt Kempten ein eigenständiges Münzrecht, das in der Schützenstraße in einem gotischen Traufseitbau aus dem 15. Jahrhundert zur Umsetzung kam.

Seit 2012 unterhält der Kunstverein artig dort die Galerie kunstreich und zeigt in sechswöchigem Wechsel Kunst aus nah und fern. Seitdem ist das denkmalgeschützte Haus wieder öffentlich zugänglich.

Fotos vom Kemptener Beuys-Abend:

Zum Tag des offenen Denkmals 2014 beleuchtet artig die Geschichte des Hauses in Führungen um 11, 14 und 17 Uhr von beiden Polen: aus der Nutzung vor 500 Jahren als Kemptener „Gelddruckerei“ wie ebenso als heutige Bühne für bildende Künstler, die zum überwiegenden Teil ihre Existenz nicht mit ihrer Kunst finanzieren können. Anschaulich wird dies durch die auch während des Denkmaltages laufende Ausstellung „Salon des Refusés“, die nicht wie üblich ausgewählte Künstler und Werke zeigt, sondern solche, die zur großen Festwochenkunstausstellung 2014 nicht angenommen wurden.

Vor diesem zwiespältigem Hintergrund aus Geld und Kunst, zumal abgelehnter, bietet sich in der Galerie kunstreich sowohl während der Führungen als auch zum Beuys-Abend die Gelegenheit, zwei Kernthemen des großen deutschen Künstlers und Kunsttheoretikers Joseph Beuys zu reflektieren, dessen erweiterter Kunstbegriff sich in zwei zentralen Zitaten spiegelt: „Kunst = Kapital“ und „Jeder Mensch ist ein Künstler“.

Eintritt Beuys-Abend:
9 Euro / Fördermitglieder 5 Euro, Einlass ab 19 Uhr, Beginn 19:30 Uhr
Die Führungen um 11, 14 und 17 Uhr sind kostenlos.

Mehr Informationen:
Rainer Rappmann und sein FIU-Verlag
Beuys-Verleger Rainer Rappmann wird 60

Foto oben: Joseph Beuys, links neben ihm Rainer Rappmann – in Saarbrücken bei der Bundesversammlung der Grünen im Gründungsjahr 1980, auf der die neue Partei ihr erstes Bundesprogramm verabschiedete.

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2 Kommentare zu “„Kunst statt Kapital?“ am So. 14.9.14

  1. A.S.Crane sagt:

    „Kunst statt Kapital?“ fragt Ihr in Eurem Titel. Da liegt ein Mißverstädnis vor, oder? Wie sollte die Kunst das Kapital ersetzen, da sie doch das wahre Kapital IST!
    In meinem Beuys-Bild ist die Kunst das Kapital. Mein Vermögen, Kunst zu erschaffen, ist mein Kapital. Und mein wahres Vermögen liegt nicht auf der Bank, sondern es besteht in meiner Fähigkeit, künstlerisch tätig zu sein. (Ich vermag ein Kunstwerk zu erschaffen. Das ist mein Vermögen.)
    Ein guter Anlageberater wäre im Beuysschen Sinne dann jemand, der mir hilft, meine Anlagen optimal einzusetzen. Meine Anlagen bestehen darin, künstlerisch tätig zu sein. (Meine Talente wiegen das Gold sicherlich auf). Meine künstlerischen Talente sind mein Kapital. Kunst = Kapital

  2. Stephan A. Schmidt sagt:

    Lieber Crane,
    da liegt kein Missverständnis vor. Denn die Antwort auf die Frage (eine rhetorische, auf die ‚Pekuniär-Kapital‘-Geschichte des Gebäudes bezogene Frage) in der Überschrift findet sich im Text darunter… im letzten Satz…

    Grüßle, Stephan.

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