TXT Gruppenausstellung artig KemptenAUSSTELLUNG VORZEITIG BEENDET

mit Brigitte Guggenmos, Matthias Herzog, Kornelia Kesel, Klaus Kiechle, Maria Kiechle, Manuela Maurus, Michael Meier, Susanne Praetorius, Ecke Recla, Thomas Scherer, Stephan A. Schmidt und Mercedes Vetter-Rodriguez

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TXT - artig GruppenausstellungText besteht grundsätzlich aus mehreren Worten und kann gesprochen oder geschrieben sein. Nicht mehr, und nicht weniger. Sinn muss er keinen haben, er muss nicht verständlich sein wie z.B. der „Lorem ipsum“, der zu den verbreitetsten Texten der Welt zählt: Er ist sogenannter Blindtext, der nichts bedeutet, sondern im Layout nur als Platzhalter verwendet wird und absichtlich unverständlich ist, damit man nicht durch den Inhalt abgelenkt wird. Oft heißt Text bei Grafikern „Grauwert“, der – ohne Rücksicht auf seinen Inhalt – zusammen mit anderen Elementen ein stimmiges Layout ergeben soll. Es heißt sogar, dass die Mehrheit aller Texte – egal ob die Zutatenliste auf eine Fischdose oder der Aufruf für einen Boykott – von seinem Layouter niemals gelesen wurde.

Bewusst sinnlos waren die Texte der Dadaisten, die Anfang des 20. Jahrhunderts im Cabaret Voltaire in Zürich und andernorts auftraten: Lautgedichte, Nonsenswörter, simultanes Gebrüll. Sie wollten der Sprache den Sinn austreiben und erklärten sie zur Kunst – auch in Anbetracht der Worte, die ihnen mit Blick auf das maschinelle wie sinnlose, Sterben im Ersten Weltkrieg fehlten.

Und wie wenig sinnstiftend bis absurd reiht sich Text um Text in Einkaufsstraßen und Shoppingmalls, obwohl es deren Betreiber durchaus ernst meinen: Wie viele „SALE!“ prangen dort? Wie oft kann ich „JETZT SPAREN!“, obwohl ich dies nur kann, wenn ich nicht dort bin? Warum steht „Jeans“ auf T-Shirts oder „Camp David“, dem Ort grundlegender Nahost-Friedensgespräche, auf aufgepumpten und von Dieter Bohlen beworbenen Jacken?

Und warum kann eine der ältesten Computer-Dateien der Welt, eine Text- bzw. „txt“-Datei, nicht ein einziges Zeichen enthalten?

Welchem Text trauen wir noch? Filtern ihn, wägen ihn in seinem Kontext ab oder nehmen ihn im Lärm aller Texte schon gar nicht mehr war? Und worauf fallen wir herein? Warum reden wir über „Fremdenfeindlichkeit“, obwohl sie sich gegen Menschen richtet, die hier, mit uns, in der zweiten oder dritten Generation leben?

Und dennoch vermag ein Gedicht, uns zu verzaubern, und ein „Ich liebe Dich“ zu erschaudern.

Die Ausstellung „TXT“ ist Bühne für die Auseinandersetzung von zwölf artig-Künstlern mit diesem weiten, großen und für die bildnerische Kunst eher ungewöhnlichen Themenfeld. Oder um es im Stil mantra-artiger Kuratorentexte zu sagen: Sie verorten, nehmen künstlerische Positionen ein, hinterfragen Sehgewohnheiten, fordern Perspektivenwechselorem ipsum dolor sit amet…

Termine & Öffnungszeiten:

  • öffentliche Vernissage: Fr. 28. Februar 2020 um 20 Uhr, Begrüßung 20:15 Uhr
  • Öffnungszeiten bis einschließlich So. 29. März 2020: Dienstag von 16 bis 20 Uhr und Samstag & Sonntag von 11 bis 17 Uhr
  • Künstlergespräch (wie immer) mit den teilnehmenden Künstlern: letzter So. 29. März, 16 – 17 Uhr
  • Der Eintritt ist frei. So wie die Kunst.

ABGESAGT: Mi. 25. März, 20 Uhr

Lesung aus der Serie Worte:
Müll: Geschichten für Kopf, Herz und Tonne
Texte von und mit Maria V. Kiechle, Erika Burkart-Treffler und Susanne Weingärtner · Eintritt frei · Einlass 19 Uhr
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