„Der unbestechliche Blick“, so betitelte einmal eine Kuratorin einen Ausstellungskatalog von Nora Matocza. Unvoreingenommen, unparteiisch oder auch unbefangen und besonnen;

solche Synonyme für unbestechlich finden sich in Wörterbüchern – und bestätigen, was man beim Betrachten von Matoczas Bildern empfindet: Das Thema wird zwar durchaus intensiv, aber (ebenso wie auch ihre Werktitel) nicht zu einer überzogenen, zu eindeutigen oder gar pathetischen Aussage verdichtet, die einem bevormundetem Betrachter aufgezwängt wird und keine Spielräume mehr lässt. Es ist eben ein Unterschied zwischen bedeutungsvoll und deutungsvoll.

Auch ihre Impulse sammelt die Malerin und Graphikerin recht unprätentiös: Ob Stillleben, Gärten, Stadtlandschaften oder Szenen mit Menschen, „es ist immer etwas, das mir ins Auge fällt, mich fasziniert und dann keine Ruhe gibt, bis ich es in Angriff nehme“, sagt sie.

Offen ist zunächst auch der Ausgang – ob Malerei oder Graphik. Auf dem Weg dorthin arbeitet die Künstlerin immer nach Zeichnungen, nie nach Fotos. Hierbei nutzt sie meist Licht und Schatten als sehr wichtiges Kompositionselement.

Ihre Malereien entstehen praktisch immer in Öl, und zwar auf einem sogenannten mageren Untergrund aus Acryl oder Pigmenten.
Ihre Graphiken sind Radierungen in einer speziellen, selten ausgeübten Version: Vernis mou, die Weichgrund­ätzung. Hier wird nicht wie sonst üblich mit dem Griffel in Asphaltlack geritzt und dann geätzt, sondern mit dem Bleistift auf einem Papier, das auf dem „Weichgrund“ der Radierplatte liegt. Striche werden dadurch wesentlich weicher und differenzierter, fast wie bei einer Kreidezeichnung.

Nora Matocza studierte an der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg Malerei und Bildhauerei sowie an der Universität Erlangen Kunstgeschichte. In ihrer Vita finden sich Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland, etliche öffentliche Ankäufe sowie verschiedene Preise und Stipendien. Sie lebt und arbeitet in der oberpfälzischen Gemeinde Weigendorf westlich von Sulzbach-Rosenberg und gibt an verschiedenen Orten in Bayern Zeichen-, Malerei- und Modellier­kurse.

Weitere Infos auch auf der Website der Künstlerin unter www.nora-matocza.de

Termine & Öffnungszeiten:

  • öffentliche Vernissage: Fr. 11. Januar 2019 um 20 Uhr, Begrüßung 20:15 Uhr
  • Öffnungszeiten bis einschließlich So. 10. Februar 2019: Dienstag von 16 bis 20 Uhr und Samstag & Sonntag von 11 bis 17 Uhr
  • Künstlergespräch mit Nora Matocza: letzter So. 10. Februar, 15 Uhr
  • Der Eintritt ist wie immer frei. So wie die Kunst.

Fotos von der Vernissage

Abbildung (Ausschnitt): In Antwerpen bei Nacht, Nora Matocza, 2018, Öl auf Leinwand, 116 x 55 cm

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